ePages 6 und Google: Warum Ihr Shop kaum noch gefunden wird
Die Bestellungen werden weniger, aber an Ware, Preis und Versand hat sich nichts geändert? Dann liegt es oft nicht am Angebot, sondern daran, dass Google Ihren Shop schlechter versteht als die Konkurrenz — und ihn deshalb seltener zeigt. Bei alten ePages-6-Shops ist das die Regel, nicht die Ausnahme.
Die sieben Punkte unten können Sie selbst prüfen. Für keinen brauchen Sie Fachwissen, zusätzliche Software oder einen Zugang zum Shop-System. Ein Stift genügt — und am Ende wissen Sie, ob Ihr Shop bei Google an sichtbaren Handicaps trägt.
1. Steht Ihr Shop überhaupt im Index?
Bevor Sie an irgendetwas feilen, klären Sie die Grundfrage: Weiß Google von Ihren einzelnen Seiten — oder nur von Ihrer Startseite? Fehlen die Produktseiten im Index, landet jeder Suchende erst auf der Startseite und muss sich selbst durchklicken.
Geben Sie bei Google site:ihre-domain.de ein — mit Ihrer echten Domain. Google listet dann nur Seiten aus Ihrem Shop. Zählen Sie die Ergebnisse und vergleichen Sie sie mit der Zahl Ihrer Produkte. Tauchen überwiegend technische Adressen auf oder nur die Startseite, fehlt ein großer Teil Ihres Sortiments in der Suche.
Was das kostet: Eine Seite, die nicht im Index ist, existiert für Google nicht — egal wie gut sie ist. Jede fehlende Produktseite ist ein Artikel, für den Sie bei der Suche nicht antreten.
Was hilft: Die URL-Prüfung der Google Search Console: Adresse eingeben, Indexierung beantragen. Die Search Console ist Googles kostenloses Kontrollinstrument für Ihre eigene Website; ein Antrag dort meldet die Seite zur Aufnahme an, garantiert sie aber nicht. Wer sie einmal eingerichtet hat, sieht dauerhaft, welche Seiten drin sind und welche nicht.
2. Ihr Shop existiert doppelt
Viele alte Shops sind unter mehreren Adressen erreichbar: mit www. und ohne, mit /epages/-Technikpfad und ohne, oder unter einer alten Testadresse von der Einrichtung vor Jahren. Für Sie ist das derselbe Shop. Für Google sind es mehrere Websites mit demselben Inhalt — solche „Duplikate“ verwässern die Suche. Googles Search-Essentials verlangen deshalb eine klare Adresse pro Seite; ist dieselbe Seite mehrfach erreichbar, muss per kanonischem Link hinterlegt sein, welche Fassung zählt.
Rufen Sie Ihren Shop dreimal auf: einmal mit www. davor, einmal ohne, und einmal über die Adresse, die auf Ihren Flyern oder in Ihrer E-Mail-Signatur steht. Bleibt die Adresszeile jeweils, wie sie war, existieren mindestens zwei Versionen. Dann den Quelltext der Startseite öffnen (Rechtsklick → „Seitenquelltext anzeigen“) und mit Strg + F nach canonical suchen. Taucht das Wort nicht auf, fehlt die Angabe, welche Version zählt.
Was das kostet: Google verteilt die Wirkung auf mehrere Adressen, statt sie auf eine zu bündeln — für Suchbegriffe, für die Ihre Seite infrage kommt, ist der Shop so stark wie die schwächste seiner Versionen. Wer von außen auf Ihren Shop verlinkt (Branchenbücher, Lieferanten, Vereine), verteilt sich ebenfalls.
Was hilft: Eine Adresse, die immer gilt — alle anderen Versionen leiten dorthin um („301“), plus die kanonische Angabe je Seite. Beides ist technische Arbeit am System, einmal gemacht hält es dauerhaft.
3. Titel und Beschreibung kommen aus der Maschine
In alten ePages-6-Shops entstehen Titel und Beschreibungen automatisch nach Schema: Produktname – Shopname – Kategorie. Das ist korrekt, aber austauschbar. Und genau diese Zeilen sind der Grund, warum jemand auf Ihr Ergebnis tippt — oder auf das der Konkurrenz.
Suchen Sie bei Google den Namen Ihres Shops. Sehen Sie sich in der Trefferliste die Zeile über dem Link (den Titel) und den grauen Text darunter (die Beschreibung) an. Fragen Sie hart: Steht da etwas, das nur auf Ihren Shop zutrifft — oder könnte dieselbe Zeile über jedem x-beliebigen Händler stehen?
Was das kostet: Die Titelzeile ist der stärkste Hebel in der Trefferliste: Sie entscheidet, ob jemand Ihr Ergebnis über dem darüber- und darunterliegenden wählt. Eine automatisch generierte Zeile verschenkt diesen Platz an die Konkurrenz, die von Hand formuliert hat.
Was hilft: Für die zwanzig wichtigsten Seiten — Startseite, die stärksten Kategorien, die umsatzstärksten Produkte — Titel von Hand schreiben: konkret, mit dem Hauptbegriff am Anfang, und ehrlich: Versprechen Sie nichts in der Titelzeile, was die Seite nicht hält. Der Rest darf weiter automatisch entstehen.
4. Ihre Produkte sind für Google nur Text
Moderne Shops melden Google für jedes Produkt Preis, Verfügbarkeit, Bewertung und Bild in strukturierter Form — so entstehen Sterne, Preise und Lagerstände direkt in der Trefferliste. Alte ePages-6-Shops liefern diese Daten meist nicht. Ihr Produkt ist für Google dann eine Textseite wie jede andere.
Öffnen Sie den Quelltext einer Ihrer Produktseiten (Rechtsklick → „Seitenquelltext anzeigen“) und suchen Sie mit Strg + F nach ld+json oder itemtype="Product". Findet sich beides nicht, kennt Google Ihre Artikel nur als Text.
Was das kostet: Ohne strukturierte Produktdaten fehlen Ihrem Treffer die Darstellungen, die das Auge auf sich ziehen. Ein Ergebnis mit Preis und Sternen wird eher getippt als eine reine Textzeile — ein Nachteil in jeder Vergleichssituation, ohne dass Ihre Seite schlechter wäre.
Was hilft: Strukturierte Daten („Product“-Markup) für jedes Produkt: Name, Preis, Verfügbarkeit, Bild. Moderne Systeme erledigen das von selbst — in einem alten Shop muss es die Technik nachliefern.
5. Am Handy wird geprüft — auch von Google
Google bewertet jede Seite in der Version, die das Handy sieht („Mobile-First Indexing“). Ein Shop, der am Rechner läuft und am Handy nur mitgeschleppt wird, wird genau in dieser schwächeren Version bewertet — und konkurriert gegen Shops, deren Handy-Ansicht zuerst gebaut wurde.
Geben Sie Ihre Shop-Adresse bei PageSpeed Insights von Google ein — das Werkzeug misst in der Handy-Version und nennt die drei Werte der Core Web Vitals: LCP dafür, wie schnell der Hauptinhalt sichtbar wird (Schwelle „gut“: höchstens 2,5 Sekunden), INP für die Reaktion auf den ersten Tipp (höchstens 200 Millisekunden), CLS für das Springen des Aufbaus (höchstens 0,1). Liegen alle drei im grünen Bereich, stimmt die technische Grundlage — egal wie alt die Technik dahinter ist.
Was das kostet: Diese Werte fließen in die Bewertung der Seite ein — und gleichzeitig in die Geduld des Kunden. Ein alter Shop zahlt die Rechnung doppelt: seltener gefunden und schneller verlassen.
Was hilft: Die typischen Ursachen in alten Shops: zu große Produktfotos, fehlende Bildmaße, Fremdskripte von Diensten, die es nicht mehr gibt. Ein Relaunch beseitigt alle drei auf einmal — aber auch ohne Relaunch lässt sich einzeln nachbessern.
6. Sie heißen anders, als Kunden suchen
Der Fachhandel nennt den Artikel „Druckluft-Mobilanlage“ — der Kunde sucht „Kompressor“. Shops übernehmen gern die Lieferantenbegriffe, weil sie auf dem Lieferschein stehen. Kunden tippen aber ihre eigenen Worte in die Suche — und wenn Ihre Seiten diese Worte nicht tragen, tauchen sie dafür nicht auf.
Notieren Sie für drei zentrale Artikel die Worte, die ein Laie nehmen würde — wie würde ein Kunde das beschreiben, der Ihr Produkt zum ersten Mal sieht? Dann suchen Sie bei Google genau diese Worte und schauen, wer auftaucht. Wenn die Konkurrenz auftaucht und Sie nicht, haben Sie die Antwort.
Was das kostet: Jede Produkt- und Kategorieseite, die nur die Fachsprache trägt, fehlt in den Suchen der Kunden. Das kostet besonders die Neukunden, die Ihren Laden noch nicht kennen.
Was hilft: Kundenworte in Titel, Überschrift und Beschreibung der wichtigsten Seiten — nicht als Stichwortliste, sondern in echten Sätzen. Der einfachste Weg an diese Worte: Kunden fragen, wie sie den Artikel nennen würden. Das ist Handarbeit, aber keine Technik.
7. Stören Sie Google beim Arbeiten
Manche alten Shops sind für Google teilweise unsichtbar, ohne dass es jemand beabsichtigt hat: Seiten, die versehentlich „noindex“ tragen (ein Befehl, der Google sagt: diese Seite nicht aufnehmen), oder Bereiche, die nur über JavaScript erreichbar sind. Solche Shops sind wie ein Laden, dessen Schaufenster mit Pappe vernagelt ist — das Angebot ist da, aber niemand kann hineinsehen.
Öffnen Sie den Quelltext Ihrer Startseite und einer Produktseite (Rechtsklick → „Seitenquelltext anzeigen“) und suchen Sie mit Strg + F nach noindex. Findet sich das Wort in einer Zeile wie <meta name="robots" content="noindex">, ist diese Seite für die Suche gesperrt.
Was das kostet: Ein versehentliches „noindex“ auf wichtigen Seiten ist der teuerste Einzelfehler in diesem Beitrag: Die Seite ist komplett aus der Suche entfernt, ohne dass der Shop schlechter wäre. Wer nicht weiß, dass es das gibt, sucht den Fehler ewig an der falschen Stelle — am Sortiment, an den Preisen, am Design.
Was hilft: Die robots-Angaben prüfen und bereinigen — und danach in der Google Search Console bestätigen lassen, dass die Seiten wieder drin sind. Wer die Console eingerichtet hat, sieht solche Fehler, bevor sie Umsatz kosten.
Die Prüfliste zum Mitnehmen
Treffen drei oder mehr Punkte zu, ist Ihr Shop bei Google nicht wegen einzelner Fehler schwach — er ist es, weil das System als Ganzes älter ist als die Ansprüche, die Google heute an Shops stellt. Das lässt sich mit Einzelreparaturen verbessern. Aber irgendwann ist ein Neubau günstiger als die Summe aller Nachbesserungen. Wo diese Grenze liegt, sagt ein Blick in die Technik — oder eine ehrliche Auswertung dieser Prüfliste.
Dieser Beitrag bezieht sich auf öffentlich dokumentierte Verfahren von Google (Search Essentials, URL-Prüfung, Core Web Vitals) und beschreibt, wie Sie den Zustand Ihres Shops prüfen. Er ist eine praktische Anleitung, keine Rechtsberatung und keine technische Begutachtung Ihres konkreten Systems.
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